Beim Geld hört die Einigkeit der Hirten auf


  • Wie viel Geld soll die katholische Kirche Opfern sexueller Gewalt zahlen? Eine Kommission hatte den Bischöfen dazu im September 2019 einen Vorschlag unterbreitet.
  • Er sah einen Pauschalbetrag von 300 000 Euro oder nach einer Einzelfallprüfung in einem Korridor zwischen einigen Zehntausend und bis zu 400 000 Euro vor.
  • An diesem Montag beraten die 27 Diözesanbischöfe in Würzburg über die Entschädigungsfrage – von einer Einigung sind sie weit entfernt.

Matthias Drobinski, Annette Zoch | Süddeutsche Zeitung

Die Sensation schien perfekt zu sein in Fulda an jenem Septembermorgen 2019. In der Bibliothek des Priesterseminars standen Matthias Katsch, Sprecher der Betroffenen-Vereinigung „Eckiger Tisch“, und der Trierer Bischof Stefan Ackermann als Beauftragter der Bischofskonferenz für Missbrauchsfälle – einander so nah und einig wie noch nie.

Eine von den Bischöfen beauftragte Kommission hatte seit dem Sommer beraten und war zu dem Ergebnis gekommen: Das System, mit dem die katholischen Bistümer und viele Orden den Betroffenen sexueller Gewalt Anerkennungszahlungen leisteten, gehört grundsätzlich reformiert. Bislang gab es meist 5000 Euro pro Person; an insgesamt 2100 Menschen hatten die 27 Bistümer alles in allem neun Millionen Euro gezahlt. Beschämend wenig, nicht nur in den Augen der Betroffenen.

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