Endlager: Behälter-Korrosion unterschätzt


Nicht sicher: Geplante Behälter für hochradioaktiven Atommüll sind offenbar weniger haltbar als erhofft, wie ein Experiment enthüllt. Demnach führt die Kombination von in Glas oder Keramik eingegossenem Abfall mit dem umhüllenden Stahlbehälter zu einer stark beschleunigten Korrosion. Als Folge wird der Atommüll-Behälter schneller durchlässig als es bisherige Modelle vorsehen, wie die Forscher im Fachmagazin „Nature Materials“ berichten.

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Endlager-Behälter für radioaktiven Atommüll könnten korrosionsanfälliger sein als gedacht. © hanohiki/iStock, DOE

Die Suche nach einem geeigneten Endlager für hochradioaktiven Atommüll hält an – weltweit ist bislang kein einziges solches Endlager in Betrieb. Ungeklärt ist daher auch, wo und wie die atomaren Abfälle aus dem Rückbau der Atomkraftwerke entsorgt werden sollen. Gängige Pläne sehen jedoch vor, den Atommüll zunächst mit Glas- oder Keramikzusätzen zu verschmelzen und diese feste Masse in Metallbehältern einzuschließen. Das Ganze soll dann unterirdisch in Gesteinsformationen eingelagert weren.

Das Problem jedoch: Vor allem in Gegenwart von Wasser können die Metallbehälter korrodieren. Chemische Reaktionen lösen dabei das Metall nach und nach auf und erzeugen so Löcher in der Behälterhülle. Gängigen Modellen zufolge könnten die Behälter dadurch schon nach 1.000 bis maximal 10.000 Jahren undicht werden – das ist weit kürzer als die Halbwertszeit vieler hochradioaktiver Nuklide.

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