Kirchenrechtler: Keine Komplett-Entschuldung der Laien bei Missbrauch


Zwar fehle den Bischöfen jedes Recht „zum Fingerzeig in Richtung Laien“, so Kirchenrechtler Norbert Lüdecke. Doch er warnt vor einer „Komplett-Entschuldung“ – auch mit Blick auf die Frage nach Entschädigungen aus der Kirchensteuer.

katholisch.de

Der Bonner Kirchenrechtler Norbert Lüdecke kritisiert die Debatte um Entschädigungen für Missbrauchsopfer aus Kirchensteuermitteln als „scheinheilig“. In einem Beitrag für die „Zeit“-Beilage „Christ & Welt“ (Donnerstag) schreibt er: „Mit der „Parole ‚Entschädigung aus Kirchensteuern‘ wird eine Diskussion darüber provoziert, wer welche Verantwortung hat. Bis das dann ausdiskutiert ist, redet keiner mehr über Entschädigung. Nein, solch mieses Spiel mit der Zeit der Betroffenen darf nicht länger funktionieren.“

Lüdecke äußerte sich mit Blick auf kritische Einlassungen etwa aus dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) zu entsprechenden Aussagen des Missbrauchsbeauftragten der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Stephan Ackermann. So begründete ZdK-Vizepräsidentin Claudia Lücking-Michel in der Zeitschrift „Publik-Forum“ ihre Ablehnung mit den Worten, in der Kirche sollten jetzt offenbar Laien für Straftaten von Klerikern verantwortlich gemacht werden, „obwohl wir keine Handhabe besitzen, um Machtmissbrauch zu verhindern“.

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