Trumps Bombenkrieg in Afghanistan ohne Erfolg


2019 setzte die US-Luftwaffe eine Rekordzahl an Bomben nein, auch die afghanische Luftwaffe verursacht mehr zivile Opfer, während die Taliban eher stärker werden

Florian Rötzer | TELEPOLIS

Unterschiedliche Bomben und Raketen in einer B-52 Stratofortress. Im Februar 2018 soll eine B-52 einen Rekord aufgestellt haben und in einem einzigen Flug 24 Präzisionsraketen auf Taliban-Ziele abgefeuert haben. Bild: DoD

Am Montag war ein US-Spionageflugzeug des Typs US Bombardier E-11A in der afghanischen Provinz Ghazni auf einem Gebiet abgestürzt, das von den Taliban kontrolliert wird. Zuerst ging die Meldung nur als Gerücht um, aber dann tauchte ein Video auf, das das brennende Wrack mit US-Insignien zeigte. Das Flugzeug wird auch zur Verstärkung von Radiosignalen, als „Wi-Fi in the sky“, verwendet. Gestern bestätigte ein USFOR-Sprecher den Absturz. Die Ursache sei noch unbekannt, es gebe keine Hinweise darauf, dass die Taliban das Flugzeug abgeschossen haben. Die von den Taliban verbreitete Behauptung, dass ein weiteres Flugzeug abgestürzt sei, treffe nicht zu.

US-Truppen, die an die Absturzstelle eilten, meldeten keine Angriffe der Taliban, die angeblich zuvor afghanische Sicherheitskräfte angegriffen hatten. Die Taliban behaupteten, es habe sechs Tote gegeben bzw. es seien mehrere „CIA-Agenten“ umgekommen, aber die Verlautbarungen des „Islamischen Emirats von Afghanistan“ bestehen vorwiegend aus Übertreibungen. Nach dem Pentagon sollen im Flugzeug nur zwei Soldaten gewesen sein, deren Leichen geborgen wurden. Gerüchteweise wird von zwei weiteren Insassen gesprochen, die sich angeblich gerettet hätten.

Angeblich haben im Januar 350 Taliban-Kämpfer ihre Waffen niedergelegt und sie den lokalen Behörden übergeben. Vor zwei Wochen haben die Taliban während der Gespräche mit den Amerikanern eine zeitlich begrenjzte Waffenruhe vorgeschlagen. Dabei geht es um einen Deal, dass sich US-Truppen zurückziehen, wenn die Taliban verhindern, dass sich internationale Terrorgruppen wie der IS ausbreiten. Die afghanische Regierung lehnt dies ab und besteht darauf, in die Verhandlungen einbezogen zu werden, zudem müsse es eine vollständige Waffenruhe geben.

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