Afrikaner: Mehr Neandertaler als gedacht?


Als unsere Vorfahren Afrika verließen, begann eine Geschichte der Seitensprünge: Genomanalysen belegen, dass sich anatomisch moderne Menschen in Europa und Asien mehrfach mit Neandertalern kreuzten. Doch eine Studie zeigt nun: Auch heutige Afrikaner erbten offenbar einige DNA von unseren Steinzeit-Cousins – obwohl ihre Vorfahren geografisch isoliert von dieser Menschenart lebten. Verantwortlich für dieses genetische Erbe scheinen Migrationen früher Europäer zurück nach Afrika zu sein, wie die Forscher berichten. Das bedeutet auch: Wir Europäer könnten mehr Neandertaler-Relikte in unserem Erbgut haben als bisher gedacht.

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Auch afrikanisch-stämmige Menschen tragen Neandertaler-DNA in sich. (Bild: ljubaphoto/ istock)

Die Neandertaler sind seit langer Zeit ausgestorben – doch ein Teil von ihnen lebt in uns weiter. Denn nach ihrer Ankunft in Europa und Asien paarten sich einige unserer Vorfahren mit ihren dort lebenden Vettern und zeugten Kinder mit ihnen. Durch diese Techtelmechtel gelangten Neandertaler-Gene ins Erbgut des Homo sapiens. Während ein Großteil der vererbten DNA im Laufe der Zeit wieder verschwand, sind einige Genabschnitte unserer Steinzeit-Cousins bis heute erhalten geblieben und aktiv. Sie spielen unter anderem eine Rolle für unsere Hautfarbe, unseren Fettstoffwechsel und unsere Immunabwehr. Wie viel Neandertaler aber steckt konkret in uns? Genetischen Analysen zufolge tragen Europäer rund zwei Prozent Neandertaler-DNA in ihrem Erbgut, Asiaten sogar noch mehr.

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