Frankreich: Die Affäre Mila und die Blasphemie


Äußerungen einer Schülerin, die sie in Videos auf Instagram gemacht hat, haben in Frankreich eine Debatte über Meinungsfreiheit ausgelöst, an die sich wenig überraschend eine ganze Polit-Maschinerie anschließt und die von extremen Polarisierungen getragen wird.

Thomas Pany | TELEPOLIS

Die „Affaire Mila“, benannt nach dem Vornamen der 16-Jährigen, wurde durch deren Bemerkungen zum Islam ausgelöst, die im öffentlichen Kontext starker Tobak sind:

Ich hasse die Religion (…) Im Koran steckt nur Hass, der Islam ist Scheiße (…) Ich sage, was ich darüber denke, ihr werdet mich das nicht bereuen lassen. Es gibt noch Leute, die sich darüber aufregen, mit denen hab‘ ich klipp und klar nichts zu tun, ich sage, was ich denke. Eure Religion ist Scheiße (…) Eurem Gott stecke ich den Finger (…) danke, auf Wiedersehen.

Mila, Schülerin

Auf das Video mit diesen Aussagen ist mindestens eine Million Mal zugegriffen worden. Es ist, wie an den Sätzen, die sich von anderen Äußerungen distanzieren, zu erkennen, ein Ausschnitt aus einer Internet-Konversation. In der ging es zunächst um die Attraktivität von Araberinnen, geführt wurde der Meinungsaustausch über Instagram-Live-Video mit einer anderen Frau. Doch schalteten sich andere Personen beleidigend ein; erst einer, dann mehrere, mit Drohungen und persönlichen Beleidigungen, wie die Schülerin der Zeitung Libération gegenüber erklärte.

Sie entschloss sich daraufhin zu weiteren Video-Statements, die kurz darauf folgten und ihre Haltung zur Religion deutlich machten. Wichtig ist: Die Schülerin betont, dass es ihr um die Religion geht, nicht um Personen. Sie habe keine Person beleidigt oder angegriffen, sondern lediglich die Religion, den Islam, stellt sie heraus.

Sie verfolge damit auch keine politischen Ziele.

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