Belgien: Gericht spricht Mediziner in Prozess um Sterbehilfe frei


  • Sterbehilfe für psychisch Kranke führt in Grauzonen, nur zwei Länder gestatten diese überhaupt: Belgien und die Niederlande.
  • In Belgien waren nun drei Ärzte des Mordes angeklagt, weil sie im Jahr 2010 der 38 Jahre alten psychisch kranken Tine Nys beim Sterben geholfen hatten.
  • Weil sie dabei eine Giftspritze verwendeten, stand sogar „Giftmord“ in der Anklage, die Nys‘ Familie angestrengt hatte.

Thomas Kirchner | Süddeutsche Zeitung

Die drei Ärzte vor Gericht. Nun wurden sie freigesprochen. Foto AFP

Die zwölf Geschworenen im flämischen Gent taten sich enorm schwer mit der Entscheidung. Acht Stunden hatten sie beraten, bevor sie sich am Freitagmorgen endlich auf ein Urteil einigen konnten: nicht schuldig. Es ist das Ende eines spektakulären zweiwöchigen Prozesses, der Belgien aufgerührt hat – und die liberale Sterbehilfe-Praxis des Landes vermutlich verändern wird.

Drei Ärzte waren des Mordes angeklagt, weil sie im Jahr 2010 der 38 Jahre alten psychisch kranken Tine Nys beim Sterben geholfen hatten. Weil sie dabei eine Giftspritze verwendeten, stand sogar „Giftmord“ in der Anklage, die Nys‘ Familie angestrengt hatte. Es war das erste Mal, dass sich Mediziner wegen eines solchen Delikts in Belgien verantworten mussten.

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