Pilze dürfte es schon vor dem „Schneeball Erde“ gegeben haben


Jetzt gehen wir wirklich weit in der Geschichte des Lebens zurück: nämlich bis vor das Zeitalter des Cryogeniums vor 720 Millionen bis 635 Millionen Jahren, in dem die Erde zwei- oder sogar dreimal annähernd vollständig von Gletschern bedeckt gewesen sein könnte. Für diese Super-Eiszeiten wurde der Begriff vom „Schneeball Erde“ geprägt, und sie müssen eine enorme Herausforderung für das damalige Leben gewesen sein.

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Das versteinerte Pilzmyzel stammt aus kaum noch vorstellbar weit zurückliegender Vergangenheit. Foto: CC BY-NC 4.0: Bonneville et al

Zu dieser Lebensvielfalt dürften entgegen früheren Vermutungen auch schon Pilze gehört haben, wie das Deutsche GeoForschungsZentrum (GFZ) berichtet. Denn lauter einer neuen Studie, die im Fachjournal „Science Advances“ veröffentlicht wurde, sind Pilze wohl deutlich älter als gedacht. Sie scheinen sich schon vor 810 bis 715 Millionen Jahren entwickelt zu haben. Damit würde ihr Ursprung ins Zeitalter des Toniums fallen, von dem wenig bekannt ist – außer dass es damals bereits einen Superkontinent mit der Bezeichnung Rodinia gab, lange vor dem berühmten Pangaea.

Pioniere aus der Altvorderenzeit

Aufgrund ihrer empfindlichen Beschaffenheit sind Pilzfossilien extrem selten und schwer von anderen Mikroorganismen zu unterscheiden, berichtet das GFZ. Das bislang älteste bestätigte Pilzfossil wurde auf ein Alter von 460 Millionen Jahren datiert. Eine Gruppe von Forschern um Steeve Bonneville von der Université libre de Bruxelles hat nun aber ein deutlich älteres entdeckt – das älteste, das je anhand seiner molekularen Zusammensetzung bestimmt wurde.

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