Kampf um „heiliges Öl“ – 20 Tote bei Gottesdienst in Tansania


Ein evangelikaler Prediger verspricht Heilung für alle, die über ein besonderes Öl laufen. Es entsteht eine Panik, Menschen werden totgetrampelt.

DER TAGESSPIEGEL

Ein Journalist schaut am Unglücksort auf die zurückgelassenen Habseligkeiten von Besuchern.Foto: REUTERS/Emmanuel Herman.

Beim Ansturm auf ein „heiliges Öl“ sind im Norden Tansanias bei einem Gottesdienst 20 Menschen ums Leben gekommen, darunter fünf Kinder. 16 weitere Personen wurden verletzt. Das Unglück ereignete sich am Samstagabend in der Stadt Moshi am Fuß des Kilimandscharos, wo der populäre evangelikale Prediger Boniface Mwamposa seine Anhänger auf einem Sportgelände zusammengerufen hatte, wie die Polizei mitteilte.

Das Öl, das Gebrechen heilen und böse Zauber bannen sollte, war am Eingang des Geländes ausgegossen worden. Die Menschen drangen vor, um über das Öl zu laufen, was dem Pastor zufolge zur Heilung ihrer Krankheiten führen sollte. Ein Augenzeuge berichtete der Nachrichtenagentur AFP von „schrecklichen Szenen“. Auf Menschen sei „gnadenlos getrampelt“ worden. „Als hätte der Prediger Bündel von Dollarnoten hingeworfen“, sagte der Augenzeuge laut AFP.

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