Chemische Ohrenschützer gegen Hörverlust


Ob in der Disco, auf der Straße oder sogar während der Arbeit: Viele Menschen sind regelmäßig von Lärm umgeben. Dies kann fatale Folgen für ihr Gehör haben. Forscher berichten nun von einem Wirkstoff, der vor solchen Folgen schützen könnte. Diese Substanz blockiert bestimmte Rezeptoren, die für die Weiterleitung akustischer Reize wichtig sind – und bei Lärmbelastung offenbar Schäden an Synapsen im Innenohr verursachen. Der Clou: Durch die Blockade dieser Rezeptoren konnten zumindest bei Mäusen Lärmschäden verhindert werden. Das Hörvermögen wird durch den chemischen Ohrenschutz aber nicht beeinträchtigt, wie das Team erklärt.

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Lärm kann das Gehör auf Dauer empfindlich schädigen. (Bild: peterscode/ istock)

Bekommt unser Gehör zu viel Lärm ab, kann es dauerhaften Schaden nehmen. Dies kann bereits durch einen extrem lauten Knall passieren. Doch auch eine geringere, aber dafür chronische Lärmbelastung führt zur Schwerhörigkeit. Mediziner unterscheiden dabei zwei Formen der Lärmschädigung: Einerseits können die hohen Geräuschpegel die feinen Haarzellen im Innenohr zerstören. Andererseits werden mitunter auch deren Kontaktstellen zu den Fasern des Hörnervs in Mitleidenschaft gezogen – die Synapsen. An diesen Verbindungsstellen wird die auditive Information über die Ausschüttung des Neurotransmitters Glutamat vom Innenohr zum Hörnerv weitergeleitet. „Durch die exzessive Ausschüttung von Glutamat kann Lärm bei den cochlearen Synapsen zu einem Trauma führen“, erklären Wissenschaftler um Ning Hu von der University of Iowa in Iowa City. Dabei schädigt die andauernde Reizüberflutung die Synapsen nachhaltig. Als Folge sterben die Nervenzellen, die die Hörinformation zum Gehirn leiten, im Extremfall sogar ab.

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