Geschäftsmodell Klimaleugnung


Das Netzwerk Correctiv zeigt, wie die US-Organisation Heartland Klima-Propaganda verbreitet. Verbindungen reichen bis nach Deutschland.

Andrew Müller | taz

taz: Frau Huth, Herr Peters, Sie haben verdeckt recherchiert, wie Netzwerke von Klimawandelleugnern organisiert sind, speziell, wie sich die US-amerikanische Lobbyorganisation Heartland finanziert, strategisch Desinformationen verbreitet und auch in Deutschland ihre Finger im Spiel hat. Was genau haben Sie herausgefunden?

Jean Peters: Wir konnten zeigen, dass die internationalen Klimawandelleugner bereit wären, Spenden von deutschen Unternehmen aus der Automobilindustrie oder der Energiewirtschaft zu verschleiern, dafür auf die deutsche Politik Einfluss zu nehmen und gezielt mit manipulativen Methoden Falschinformationen zu verbreiten. Außerdem gibt es über Heartland eine Verbindung zum deutschen, ebenfalls als Klimaleugner-Verein bekannten Eike-Institut bis hin in den Deutschen Bundestag zur AfD.

Woran machen Sie das fest?

Katarina Huth: Das Herzstück unserer Recherche ist ein schriftliches Angebot von Heartland, in dem sie uns gegen Bezahlung ganz konkrete Maßnahmen zur Verbreitung von Desinformationen zu Klimathemen anbieten. Da steht beispielsweise drin, dass sie von selbsternannten Experten und ehemaligen Beratern des Weißen Hauses wissenschaftlich wirkende Fake-News-Artikel, sogenannte In-depth Policy Papers, lancieren, in einer Livestream-Konferenz deutsche Umweltprobleme „diskutieren“ oder klimawandelleugnende Thesen über eine junge AfD-nahe YouTuberin verbreiten lassen können.

weiterlesen