Antisemitismusbeauftragter: „Judensau“-Urteil ist nachvollziehbar


Der sachsen-anhaltische Antisemitismusbeauftragte Wolfgang Schneiß wirbt für eine Weiterentwicklung des Gedenk-Ensembles mit der Schmähplastik an der Stadtkirche in Wittenberg. Das Urteil des Oberlandesgerichtes Naumburg zum Verbleib des Reliefs an der Kirche sei für ihn nachvollziehbar, sagte der Ansprechpartner für jüdisches Leben in Sachsen-Anhalt und gegen Antisemitismus am Mittwoch dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Magdeburg.

evangelisch.de

Am Ende gehe es aber um Fragen, über die nicht Gerichte befinden sollten. Das OLG hatte am Dienstag entschieden, dass die als „Judensau“ bekannte Schmähplastik nicht entfernt werden müsse.

Mit allen Beteiligten solle ein Weg gesucht werden, „der für die heutige Zeit aussagekräftig und verständlich ist“ und über die Gestaltung des Gedenk-Ensembles von 1988 hinausführe, sagte Schneiß. „Die Schmähplastik ist eine Schande, aber auch ein schmerzlicher Ausdruck der Tatsache christlicher Antijudaismus über Jahrhunderte hinweg“, betonte er. 700 Jahre Schmähung könne man nicht einfach „wegnehmen“.

weiterlesen