Das Impeachment endet als Farce


Der Senat hat Präsident Trump im Impeachment wie erwartet freigesprochen. Der ganze Prozess hinterlässt das Land gespaltener und auf beiden Seiten des Grabens bitterer.

Peter Winkler | Neue Zürcher Zeitung

Dieser Demonstrant auf dem Capitol Hill in Washington ist von Trumps Unschuld nicht überzeugt. Joshua Roberts / Reuters

Wie oft in der Ära Trump blieb am Ende nur noch ein leises Gefühl der Erschöpfung. Als der Senat am Mittwoch im Capitol den Präsidenten in den beiden Anklagepunkten des Impeachments freisprach, war das Publikum längst zu einer neuen Attraktion weitergezogen. Die Senatorinnen und Senatoren mussten eigentlich nur noch etwas zurückbleiben, um den Abfall zusammenzuwischen und zu entsorgen.

Wer wagt es, Dissident zu sein?

Was die Demokraten im September als drittes Impeachment in der Geschichte der USA begannen, hatte nie auch nur den Hauch einer Chance, in eine Amtsenthebung Donald Trumps als Präsident der Vereinigten Staaten zu münden. Im Senat mit seiner republikanischen Mehrheit von 53 zu 47 Stimmen eine Zweidrittelmehrheit zu erzielen, war stets illusorisch. Am Ende ging es nur noch um die Frage, ob sich überhaupt noch jemand in diesem illustren Gremium getrauen würde, von der Parteilinie abzuweichen und seinem oder ihrem Gewissen zu folgen.

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