Meeresspiegel: Die Ostsee läuft aus


Weniger mit Klima aber dafür mit interessantem Wetter hat die Sturmflutwarnung zu tun, die es für die Nacht von Dienstag auf Mittwoch für die deutsche Ostseeküste gab. Das zuständige Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Hamburg hatte vor extremen Hochwasser gewarnt, was dort im Gegensatz zur Nordsee eher selten ist. Allerdings war der Verlauf meist glimpflich.

Wolfgang Pomrehn | TELEPOLIS

In Kiel maß der Pegel auf dem Höhepunkt des Hochwassers knapp 0,9 Meter über Normalnull (NN), in Neustadt (Holstein) an der Lübecker Bucht und in Greifswald einen Meter über NN. An der Ostsee wird nach Definition des BSH bei Pegelständen ab einem Meter bis 1,25 Meter von einer Sturmflut gesprochen. Als sehr schwere Sturmflut gelten bereits Ereignisse, bei denen die Pegel auf zwei Meter über NN klettern. Am Mittwochvormittag hatte das BSH seine Sturmflutwarnung schon wieder aufgehoben.

An der südlichen Ostsee kommt es unter anderem dann zu Hochwasser, wenn nördliche Winde zunächst das Wasser vom zwischen Dänemark und Schweden gelegenen Kattegat in die Ostsee drücken und dann der Wind nach Osten dreht und zusätzlich Wasser aus der Ostsee gegen die Küsten im Westen drückt. Das geschieht, wenn ein Tiefdruckgebiet über Norwegen und den Südwesten Schwedens nach Polen zieht.

Ein Zusammenhang mit dem Klimawandel gibt es bei Sturmfluten insofern, als dass das wärmere Klima zu einem Anstieg des Meeresspiegels führt. Derzeit steigt er im globalen Mittel um rund 30 Zentimeter pro Jahrhundert, wobei sich der Anstieg mit ziemlicher Sicherheit in den nächsten Jahrzehnten beschleunigen wird. Je höher der Meeresspiegel, desto gefährlicher werden Sturmfluten, und zwar insbesondere an flachen Küstenmeeren wie der Nordsee.

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