Ozeanzirkulation wird schneller


Wie beeinflusst der Klimawandel die globalen Meeresströmungen? Bislang gingen Wissenschaftler davon aus, dass die Erwärmung viele Strömungen eher abschwächt. Doch nun zeigt eine Studie, dass sich die globale Ozeanzirkulation in den letzten 30 Jahren stattdessen signifikant beschleunigt hat. Demnach hat die kinetische Energie der Strömungen seit 1990 im Schnitt um 15 Prozent pro Jahrzehnt zugenommen. Besonders ausgeprägt ist dieser Trend in allen tropischen Meeresbecken, wie die Forscher berichten. Eine Hauptursache für diese Beschleunigung ist offenbar die Zunahme der Windgeschwindigkeiten im gleichen Zeitraum.

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Beschleunigung (orange) und Verlangsamung (blau) der Ozeanzirkulation. (Bild: Shijian Hu)

Die großen Strömungen der Ozeane sind ein wichtiger Akteur im Klimasystem der Erde. Denn sie speichern einen Großteil der von der Sonne gelieferten Wärme und wirken so als Klimapuffer. Auch rund 90 Prozent der durch den anthropogenen Treibhauseffekt erzeugten Wärme wurde in den letzten Jahrzehnten von den Meeren absorbiert. Gleichzeitig verteilen die Ozeane die von ihnen aufgenommene Wärme mit den Wassermassen von den Tropenregionen in die kühleren Gewässer der höheren Breiten und sorgen so für einen Temperaturausgleich. Entsprechend wichtig ist es zu wissen, wie sich die Ozeanzirkulation unter dem Einfluss des Klimawandels verändert. Doch dazu gab es bislang widersprüchliche Daten. Demnach scheinen sich einige Strömungen wie die Nordatlantische Umwälzströmung abzuschwächen, andere dagegen, darunter einige pazifische Strömungsmuster, haben sich beschleunigt.

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