Viele nutzen das Weltall für ihre Geschäfte – der Platz ist gratis, den Schrott kann man zurücklassen


Wir schreiben das Jahr 2020. Im Weltraum herrscht Goldgräberstimmung. Doch der rechtliche Rahmen für die Nutzung des Weltalls stammt aus den 1960er Jahren. Das kann nicht gutgehen.

Christian Speicher | Neue Zürcher Zeitung

Die Internationale Raumstation ist unser Vorposten im Weltall. Von dort aus bietet sich ein majestätischer Blick auf die Erde. Mikhail Korniyenko / Roscosmos / EPA

Der Satelliten-Spotter Marco Langbroek traute seinen Augen nicht, als er am 25. Mai 2019 seine Kamera auf den Nachthimmel richtete. Plötzlich schoben sich helle Punkte ins Bild, erst einer, dann zwei, dann immer mehr. Mindestens 56 Objekte zählte Langbroek, aneinandergereiht wie die Waggons eines Zuges. Die Ursache war schnell gefunden. Am Tag zuvor hatte das amerikanische Raumfahrtunternehmen SpaceX die ersten 60 von 12 000 Starlink-Satelliten in den Weltraum gebracht, mit denen das Unternehmen ein weltumspannendes Internet aufbauen will.

Was dem Satelliten-Spotter ein «Wowowow» entlockte, sorgte bei Astronomen für lange Gesichter. Zwar haben die Satelliten von SpaceX inzwischen ihre endgültige Umlaufbahn erreicht, wo sie nicht mehr ganz so hell leuchten. Doch die Astronomen fürchten um ihre Arbeitsgrundlage. Wer mit lichtempfindlichen Teleskopen die Weiten des Alls erkunden will, ist auf einen dunklen Himmel angewiesen. Das verträgt sich nicht mit einer Armada von Satelliten, die immer wieder das Blickfeld kreuzen.

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