Therapeutisches Projekt – „Spiegel“: Einzelnen Sexualstraftätern in NRW Bordellbesuch genehmigt


Die Patienten im Maßregelvollzug hätten „kurz vor dem Übergang in die Freiheit“ gestanden. Eine ähnliche, umstrittene Therapie gibt es auch in Osnabrück.

DER TAGESSPIEGEL

Bordellbesuche als Lehrstunde?Foto: Patrick Seeger/dpa

Sexualstraftäter aus dem Maßregelvollzug im nordrhein-westfälischen Lippstadt-Eickelborn dürfen laut „Spiegel“ in Einzelfällen Bordelle im Ruhrgebiet besuchen, um Erfahrungen mit Frauen zu sammeln. In drei Fällen habe die Klinik solche Besuche in den vergangenen beiden Jahren aus therapeutischen Gründen genehmigt, bestätigte der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) als Klinikträger dem Magazin laut Vorabmeldung vom Freitag. Weitere Bordellbesuche seien geplant.

Es habe sich um Patienten gehandelt, die bereits weitgehende Lockerungsstufen erreicht und kurz vor dem Übergang in die Freiheit gestanden hätten. Die Praxis sei daher verantwortbar gewesen, erklärte der LWL dem „Spiegel“ zufolge. Allerdings räumte der Verband demnach ein, dass die Prostituierten in den Bordellen nicht von der Klinik informiert worden seien, mit wem sie verkehrten.

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