Die Zustände im Priesterseminar, in dem der suspendierte Freiburger Pfarrer tätig war, seien «schlimm und beunruhigend»


Ein Bericht gewinnt vor dem Hintergrund der neusten Sexvorwürfe an Brisanz. Das mutmassliche Missbrauchsopfer will zudem Bischof Charles Morerod verklagen – weil dieser seinen Namen im Radio hinausposaunte.

Antonio Fumagalli | Neue Zürcher Zeitung

Die St. Nikolaus Kathedrale in Freiburg in welcher Paul Frochaux als Pfarrer angestellt war. Thomas Delley / KEYSTONE

Am Dienstag war es dann doch so weit. Mit sofortiger Wirkung suspendierte der Westschweizer Bischof Charles Morerod seinen langjährigen Vertrauten Paul Frochaux, seines Zeichens Pfarrer der Freiburger Kathedrale. Gegen Frochaux, für den die Unschuldsvermutung gilt, läuft eine kircheninterne Untersuchung.

Die Hintergründe des drastischen Schrittes enthüllten der «Tages-Anzeiger» und SRF. Sie berichteten über einen Fall, der sich 1998 ereignet haben soll. Gemäss der Darstellung hat Frochaux seinen damals 17-jährigen Ministranten und Teilzeit-Organisten Pierre E. in sein Chalet in Torgon (Wallis) eingeladen und ihn dort sexuell bedrängt. Gegenüber SRF sagte E.: «Ich kann mich an Folgendes erinnern: Der Pfarrer liegt auf dem Bett, ohne Kleider. Und ich habe seinen Penis im Mund.» Er habe das Gefühl, vergewaltigt worden zu sein. E., der heute an einer ausländischen Universität tätig ist, bestätigt diese Sachverhalte auf Anfrage der NZZ.

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