Religionskritik damals und heute (1/2): Die Ursprünge


„Wissen statt Glauben“, „Aufklären statt Verschleiern“, „Nachdenken statt Nachbeten“, „Selbstbestimmung statt Fremdbestimmung“, „Realität statt Mythos“ – das sind die Stichpunkte und Argumentationsfiguren der modernen Religionskritik, die sich im 18. Jahrhundert in Europa herausgebildet hat. Sie gehen auf eine uralte Tradition zurück und knüpfen an Denker in der griechischen Antike oder im Mittelalter an.

Sabine Appel | SWR2

Religionskritik ist die Initialzündung der Aufklärung

Die Geschichte der Religionskritik ist so alt wie die Religion selbst. Im Westen stand sie jahrhundertelang im Spannungsfeld von theologisch-spiritueller Wahrheitssuche einerseits und dem Kampf gegen auch weltlich begründete Machtansprüche der Kirchen andererseits im Zusammenhang mit der Deutungshoheit des Glaubens und seiner institutionellen Vertreter.

Sie ist in diesem Sinne ein wesentlicher und kaum zu überschätzender Faktor. Man könnte geradezu sagen: eine Urform der Aufklärung, eine Initialzündung in der Entwicklung und Ausbildung der säkular orientierten Rechtsstaaten in den westlichen Demokratien.

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