«Die Chance, dass der IS wieder erstarkt, ist leider sehr hoch»


Droht eine Eskalation im Nahen Osten? Der Islamwissenschafter Wilfried Buchta spricht in «NZZ Standpunkte» über Irans expansiven Machtanspruch, amerikanische Drohgebärden, und er vermutet, dass es bald wieder zu IS-Anschlägen in Europa kommt.

Yannick Nock | Neue Zürcher Zeitung

Erst die Tötung des iranischen Generals Kassem Soleimani, dann der versehentliche Abschuss einer ukrainischen Passagiermaschine: Vor wenigen Wochen drohte der Konflikt zwischen den USA und Iran zu eskalieren. Zwar scheint sich die Situation inzwischen beruhigt zu haben, doch das Zweistromland bleibt ein Pulverfass. Amerika schwankt zwischen Rückzugsgelüsten und Aggressivität. Iran versucht weiterhin, die Region unter seine Kontrolle zu bringen. Wie also geht es weiter im Nahen Osten?

Der deutsche Islamwissenschafter und Publizist Wilfried Buchta ist ein intimer Kenner der Region. Er war als politischer Analytiker für die Uno in Bagdad tätig und hat zahlreiche Bücher über die islamische Welt verfasst. In der jüngsten Ausgabe von «NZZ Standpunkte» mit NZZ-Chefredaktor Eric Gujer und der politischen Philosophin Katja Gentinetta spricht Buchta über die Gefahr eines Krieges – und warnt vor neuem Terror in Europa.

Zwar habe Iran auf die Tötung seines Generals Kassem Soleimani mit der Bombardierung zweier Militärbasen im Irak reagiert, doch das sei nur ein symbolischer Gegenschlag gewesen, sagt Buchta. «Eines Tages, vermutlich noch dieses Jahr, wird die iranische Führung Vergeltung an den Amerikanern üben – und zwar mit aller Kraft.»

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