Digitale Herren über die Gesundheit


Was wäre, wenn das Gesundheitswesen vollständig digitalisiert und von nur einer einzigen Plattform verwaltet würde?

Christian J. Meier | TELEPOLIS

Wenn Daten das neue Erdöl sind, dann stellen Gesundheitsdaten eine besonders edle Form dieses Öls dar. Die Visionäre von Google, Facebook oder Microsoft wollen daraus mehr Wissen über Krankheiten extrahieren und damit den wachsenden Gesundheitsmarkt erobern. Es geht um Billionen von Dollar. Allein die deutsche Gesundheitswirtschaft umfasste 2018 etwa 370 Milliarden Euro und wächst mit jährlich etwa 4,1 Prozent viel schneller als das Bruttoinlandsprodukt. Für die Digitalkonzerne ist die Biologie des menschlichen Körpers ein Informationsverarbeitungsprozess, der sich mithilfe von lernfähigen Algorithmen durchschauen und bei Fehlern korrigieren lässt. Mit der Macht über Daten und Rechenpower könnte das Silicon Valley das Monopol über die neue, datengetriebene Medizin gewinnen – wie jetzt schon über die sozialen Netzwerke oder die Onlinesuche.

In Christian J. Meiers Thriller „K.I. – Wer das Schicksal programmiert“ (Polarise, 2019) entwirft der Autor eine Zukunft, in der das bereits Realität ist. Ein fiktiver Digitalkonzern „Gaia“ hat die Medizin monopolisiert. Diagnosen und Therapien werden in seiner Cloud berechnet. Die Klinikärzte vor Ort sind nur Zaungäste. Nach dem unerwarteten Tod eines ihrer Patienten glaubt die Frankfurter Ärztin Jette Blomberg, dass mit Gaias Maschinerie etwas nicht stimmt. Mit dem Forscher Patrick Reinerts und seiner extrem schnell lernenden KI „Laplace“ will sie Patientendaten selbst untersuchen. Dabei stoßen die beiden Helden auf ein gefährliches Geheimnis, das sie ins Visier von Brent Scott bringt, dem mächtigen Chef von Gaia.

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