Idlib-Offensive: Türkische Verstärkung lässt Assad unbeeindruckt


Die syrische Armee setzt ihre Offensive fort. Nur mehr ein kleines Stück der wichtigen Autobahn M5 zwischen Damaskus und Aleppo ist noch in Rebellenhand

Gudrun Harrer | DERSTANDARD

Türkische Militärfahrzeuge in der Nähe der Stadt Idlib. Die Türkei hat am Wochenende ihre Truppenpräsenz in Syrien massiv verstärkt. Foto: APA / AFP / Omar Haj Kadour

Unberührt von der massiven Verstärkung der türkischen Truppen ist am Wochenende die Offensive der syrischen Armee im Osten der Provinz Idlib weitergegangen: Mit Saraqib nahmen die Assad-Truppen einen strategisch wichtigen Ort ein. In der Stadt, die vor Beginn der jetzigen Kämpfe 110.000 Einwohner hatte, treffen die Autobahnen M4 von Latakia und M5 von Damaskus aufeinander. Russland, das aus der Luft die Schwächen der syrischen Armee ausgleicht – was für die Zivilisten auf dem Boden Bombenterror bedeutet –, unterstützt ganz offensichtlich Bashar al-Assads Plan, auch noch das letzte Stück der M5 bis Aleppo zurückzuerobern.

Türkisch-russische Gespräche in Ankara sind ergebnislos verlaufen, sie sollen jedoch fortgesetzt werden. Der türkische Präsident Tayyip Erdoğan verlangt den Rückzug der Assad-Truppen bis Ende Februar. Dass dieser erfolgt, ist unwahrscheinlich, im Gegenteil, bis dahin werden wohl noch andere strategische Ziele erreicht werden, vielleicht sogar ein Vorrücken bis zur Stadt Idlib. Saraqib ist davon weniger als 20 Kilometer entfernt. Die Einnahme Idlibs würde schwere Kämpfe bedeuten. Noch härter einzunehmen wäre jedoch der bergige westliche Teil der Provinz. Aber im Osten könnten die „Beobachtungsposten“, die die Türkei errichtet hat, vermehrt zu Enklaven im vom Regime kontrollierten Gebiet werden.

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