Jede zehnte Niederländerin kann sich nicht immer Tampons leisten


Das zeigt die Studie einer Hilfsorganisation. Betroffene gefährden ihre Gesundheit, weil sie Produkte wiederverwenden

Kerstin Schweighöfer | DERSTANDARD

Organisationen fordern, dass die Menstruationsutensilien im Bedarfsfall gratis verteilt werden.
Foto: AP Photo/Mike Stewart

Jeden Donnerstagnachmittag holt Cady für sich und ihre beiden kleinen Söhne bei der Voedselbank eine Kiste mit Nahrungsmitteln ab. Diese „Essensbanken“ sind für die Niederländer das, was für die Österreicher die Tafel ist. Auch in Voorschoten bei Den Haag, wo Cady lebt, gibt es eine. Neugierig beugt sich die 32-Jährige über ihre Kiste: „Paprika, Tomaten, Kohlsprossen“, beginnt sie aufzuzählen. Frühstücksflocken, Brot, Käse … „Aber keine Tampons“, stellt Cady enttäuscht fest. Die gehören so wie Shampoo oder Deodorant nicht zum Standardsortiment. „Die gibt es nur manchmal – leider.“

Denn die alleinerziehende Mutter ist arbeitslos, und weil sie Schulden abbezahlen muss, bekommt sie sogenanntes Wochengeld: Jede Woche sind das 90 Euro. Davon muss sie Lebensmittel, Kleidung und Drogerieartikel kaufen. „Für Extras bleibt da nichts übrig.“ Manchmal noch nicht einmal für Tampons. „Die hole ich mir dann bei meiner Mutter. Oder der Nachbarin. Aber nur wenn’s wirklich nicht anders geht.“ Einmal habe sie Klopapier benutzt. „Doch das hielt ich nicht lange durch.“ Da habe sie doch wieder die Nachbarin gefragt, „auch wenn ich mich schämte“.

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