Russland-Kredit: Le Pens Millionen-Deal wird zum Albtraum


Ein russischer Kredit hat die Rechtspopulistin 2014 vor dem Bankrott gerettet. Jetzt ist Moskaus Großzügigkeit zu Ende. Die Schuld muss beglichen werden.

Frank Herold, Tanja Kuchenbecker | DER TAGESSPIEGEL

Marine Le Pen hat die Gunst Moskaus offenbar verloren.Foto: Philippe Lopez,AFP

Die Rechtsextremistin Marine Le Pen will 2022 noch einmal versuchen, Präsidentin Frankreichs zu werden. Doch sie hat ein Problem: Sie braucht dringend Geld. Finanzielle Engpässe begleiten ihre Partei Rassemblement national (RN) schon lange, aktuell soll sie nach Recherchen der Zeitung „Le Figaro“ zwischen 20 und 25 Millionen Euro Schulden haben. Französische und westeuropäische Banken mögen ihr nichts leihen, ihr Vater Jean-Marie Le Pen will nichts mehr geben und auch russische Geldgeber werden wohl nicht noch einmal einspringen.

Le Pen hatte 2014 von der in Prag niedergelassenen First Czech-Russian Bank einen Kredit in Höhe von neun Millionen Euro erhalten. In Frankreich war dieser Deal von den Gegnern Le Pens kritisiert worden: der Kreml habe sich in die französische Politik eingekauft. Im Dunstkreis dieser Bank war nämlich nach Recherchen russischer Journalisten auch der Milliardär und Bauunternehmer Gen- nadi Timtschenko aufgetaucht, der als enger Vertrauter des russischen Präsidenten Wladimir Putin gilt. Die Bank ging dennoch zwei Jahre später in die Insolvenz – weil das Eigenkapital verschwunden war. Zuvor hatte die Bank Le Pens Millionen-Kredit aber noch an dubiose Gläubiger verkauft. Die ziehen jetzt vor Gericht, um die Politikerin zur Rückzahlung zu zwingen.

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