Russlands Regionen bremsen Gesetz gegen häusliche Gewalt: Jede fünfte Frau wird vom Partner misshandelt


Gewalt in der Partneschaft ist ein großes Problem in Russland. Meist sind Frauen die Opfer. Doch bisher schützt sie kein Gesetz. Menschenrechtler stoßen auf tiefsitzenden Widerstand – auch in den Reihen der Kirche.

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„Falls Sie getötet werden, kommen wir auf jeden Fall, um die Leiche zu protokollieren. Machen Sie sich keine Sorgen.“ Mehr hatte die ehemalige leitende Bezirkspolizistin Natalia Bashkatowa nicht anzubieten, als Jana Savchuk aus der Stadt Orjol rund 350 Kilometer von Moskau in Todesangst die Ordnungsmacht um Hilfe bat. Ihr Partner Andrej Bochkow hatte sie bedroht. Eine halbe Stunde später tötete er Jana. Bochkow wurde zu 13 Jahren Haft verurteilt, Bashkatowa – zu zwei Jahren. Seitdem steht das Zitat in Russland sinnbildlich für den gleichgültigen Umgang der Behörden mit Opfern häuslicher Gewalt.

Kein Schutz vor häuslicher Gewalt

Bis heute gibt es in Russland kein Gesetz, das Menschen vor häuslicher Gewalt schützt. Eine Expertengruppe erarbeitete dazu erst im vergangenen Jahr einen umfassenden Gesetzentwurf. Dieser definiert häusliche Gewalt, berücksichtigt körperliche, wirtschaftliche, psychische und sexuelle Gewalt und verbietet dem Täter, sich dem Opfer zu nähern.

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