So viele Menschen wollen Maria begegnet sein


„Eine Dame in weißen Gewändern“ erschien im Februar 1858 der vierzehnjährigen Bernadette Soubirous. Seitdem strömen Pilger zu der Grotte in Lourdes. Das Mädchen war keineswegs die Einzige, der Maria begegnet ist.

Florian Stark | WELT

Am späten Vormittag des 11. Februar 1858 zog die vierzehnjährige Bernadette Soubirous mit ihrer Schwester Antoinette und ihrer Freundin Jeanne Abadie los, um am Pyrenäen-Fluss Gave de Pau Holz zu sammeln. Oberhalb einer Grotte hatte sie plötzlich eine Erscheinung. „Ein Geräusch … da schaute ich zu der Höhle hin“, gab sie später zu Protokoll. „Dort sah ich eine Dame in weißen Gewändern. Sie trug ein weißes Kleid, das mit einer blauen Schärpe gegürtet war. Auf jedem Fuß hatte sie eine gelbe Rose von der gleichen Farbe wie ihr Rosenkranz … Zugleich begann ich den Rosenkranz zu beten … Als ich mit dem Rosenkranz fertig war, verschwand die Erscheinung sofort.“

Nachdem sie dem Mädchen erneut erschienen war, gab sie ihr beim dritten Zusammentreffen den Auftrag, aus einer Quelle zu trinken, die auf einmal aus dem Boden sprudelte. Auch solle sie sich bei den kirchlichen Autoritäten dafür einsetzen, an diesem Ort eine Kapelle zu errichten. Bei späteren Zusammenkünften erklärte die Gestalt Bernadette, dass das Wasser Kranke von ihren Leiden erlösen könne. Auf die Frage, wer sie sei, habe die Dame schließlich in der Mundart der Region geantwortet: „Ich bin die unbefleckte Empfängnis.“ Nach fünf Monaten und 18 Begegnungen endeten die Erscheinungen.

weiterlesen