Appell zur Aussöhnung zwischen Kirche und Freimaurern: Warum katholische Freimaurer „sicher nicht“ exkommuniziert sind


Der österreichische Vatikan-Mitarbeiter Michael Heinrich Weninger beschäftigt sich seit langem mit der Freimaurerei. Nun hat er ein neues Buch zum Thema vorgelegt – das auch Kritik an einem Papst enthält.

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„Loge und Altar“ heißt das neue Buch des österreichischen Priesters, Ex-Diplomaten und Vatikan-Mitarbeiters Michael Heinrich Weninger. Darin legt der 68-Jährige auf knapp 500 Seiten dar, warum man durchaus zugleich Katholik und Freimaurer sein könne. Bei einer Buchpräsentation in Wien sagte der Mitarbeiter im vatikanischen Rat für den interreligiösen Dialog, bei seinen Reisen um die Welt sei er immer wieder von katholischen Logenmitgliedern angesprochen worden. „Sie haben mir ihre Gewissensnöte und seelischen Probleme geschildert, ob sie wegen ihrer Mitgliedschaft tatsächlich exkommuniziert sind“, so Weninger. „Und ich habe ihnen ruhigen Gewissens mitgeteilt, dass dies nicht der Fall ist.“

Seit dem 18. Jahrhundert als Feinde des Glaubens verurteilt

In 20 Rechtsakten haben Päpste seit dem 18. Jahrhundert die Freimaurer als Geheimbündler, Häretiker und Feinde des Glaubens verurteilt. Umgekehrt haben viele antiklerikale Freimaurer bisweilen eine große Rolle im Kampf gegen den Einfluss der Kirche auf Politik, Gesellschaft und Bildungswesen gespielt. Man müsse zwischen verschiedenen Arten von Freimaurern unterscheiden, so Weninger. Er beziehe sich auf die „regulären“ Logen unter dem Schirm der Großloge von England, der auch die Freimaurer der Großloge von Österreich unter ihrem derzeitigen Großmeister angehören, dem bekennenden Katholiken Georg Semler.

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