Doppelt so viel Essen im Müll wie vermutet

Bild von Deborah Breen Whiting auf Pixabay

  • Das Ausmaß der Lebensmittelverschwendung könnte doppelt so schlimm sein als bislang angenommen.
  • Das legt eine Studie der niederländischen Wageningen-Universität nahe, die sich auf neue Daten zum Kalorienverbrauch stützt.
  • Vor allem in Ländern mit hohem Einkommen wird demnach mehr weggeworfen als bekannt.

Kathrin Zinkant | Süddeutsche Zeitung

Die schrumpelige kleine Möhre, der vor zwei Tagen abgelaufene Liter Milch – oder ein Rest des Eintopfs von gestern, der schon etwas grau aussieht: Es gibt noch immer zu viele Menschen, die genießbare Lebensmittel lieber wegwerfen, als sie noch zu verwerten. Und das Ausmaß dieser Verschwendung könnte sogar schlimmer sein als bislang angenommen – wenn nicht doppelt so schlimm.

Das zumindest legt eine Studie nahe, die Lebensmittelökonomen der niederländischen Wageningen-Universität in Den Haag jetzt veröffentlicht haben. Demnach landet insbesondere in Ländern mit hohen Einkommen deutlich mehr Essbares im Müll, als die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und andere Institutionen bislang vermutet haben. Wie die Forscher im Wissenschaftsjournal PLOS One schreiben, ist die Lebensmittelverschwendung vermutlich sogar doppelt so groß wie bisher angenommen. Für Deutschland hieße das: Anstelle der geschätzten 109 Kilogramm genießbarer Nahrung schmeißt der Bundesbürger im Durchschnitt fast 220 Kilogramm pro Jahr in die Tonne. Für die Welt würde das bedeuten, dass nicht nur auf 15 Prozent, sondern womöglich sogar auf 30 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen Essen angebaut wird, das niemals jemand isst.

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