Eine Ohrfeige für die Reformer


Keine verheirateten Priester, kein Weiheamt für Frauen: Der Papst enttäuscht viele Katholiken und jene Bischöfe, die sich mit guten Argumenten für die Lockerung des Zölibats einsetzen.

Matthias Drobinski | Süddeutsche Zeitung

Peng, die Tür ist zu. Zugeschlagen hat sie Franziskus, der Papst, den viele bislang für den Türöffner der katholischen Kirche hielten. Er ist nicht dem Votum der Amazonas-Synode im Oktober gefolgt, die wünschte, dass in Ausnahmefällen auch verheiratete Männer der Eucharistie vorstehen können. Nichts da: Nur der geweihte und damit zölibatäre Priester kann das, sagt Franziskus. Seine Antwort auf den Priestermangel: tapfer um mehr Priester beten.

Ähnlich geht er mit dem Wunsch um, ein Weiheamt für Frauen zumindest zu diskutieren. Das sei eine „Klerikalisierung der Frauen“; zugespitzt: So eine Weihe tut denen doch gar nicht gut – es ist Paternalismus pur. Daran ändern die freundlichen Worte nichts, wie wichtig die Frauen doch seien. Daran ändert auch der richtige Hinweis des Papstes nichts, dass das Kirchenvolk, Frauen wie Männer, viel mehr Aufgaben in der Kirche übernehmen sollen. Das Schreiben ist ein hartes Nein zum Hoffen der Reformer. Vieles, was Papst Franziskus sagt, ist bedenkenswert für alle, die sich Gedanken um den Menschen, seine Rechte und die Zukunft dieser Erde machen. Für ihn ist eine ungebändigte Gier nach Geld und Macht dabei, einen Lebensraum zu zerstören, der für die ganze Welt wichtig ist. Er geißelt die Projekte der Holz- und Erdölindustrie in der Region als todbringend. „Man muss sich empören, so wie Mose zornig wurde“, sagt er zur Ausbeutung, Folterung, Vergewaltigung und Ermordung der indigenen Menschen.

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