Urteil zu Islamkritikerin: Necla Keleks Rederecht


Die Kritikerin der islamischen Ahmadiyya-Gemeinde darf nach einem neuen Urteil sagen, die Gemeinschaft setze sich nicht mit Gewalt im Koran auseinander. Andere Aussagen muss Necla Kelek weiter unterlassen.

Niklas Zimmermann | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Ein Interview im Deutschlandfunk wurde ihr zum Verhängnis: Islamkritikerin Necla Kelek Bild: dpa

Das Oberlandesgericht Frankfurt hat ein früheres Urteil im Rechtsstreit zwischen der Soziologin und Sachbuchautorin Necla Kelek und der islamischen Gemeinschaft Ahmadiyya revidiert. Gegenstand waren Aussagen, die Kelek in einem Interview mit dem Deutschlandfunk im August 2017 getroffen hatte. Die Richter des Frankfurter Oberlandesgerichts verurteilten Kelek vergangene Woche zur Unterlassung der Aussage, die Moscheen der Ahmadiyya seien „Orte der Männer“, sowie der Aussage, die Gemeinschaft nutze ihren Status, um ihre politische Agenda durchzusetzen (AZ 16 U 50/19).

Die Ahmadiyya-Gemeinschaft beanstandete insgesamt sechs im Interview getroffene Aussagen. Im Februar vergangenen Jahres hatte das Landgericht Frankfurt Kelek zur Unterlassung von zwei anderen Aussagen verurteilt (AZ 2-03 O 178/18), die mit dem neuen Urteil aber zugelassen sind. Dabei geht es um die Aussage, die Ahmadiyya-Gemeinschaft wolle den Islam wortwörtlich umgesetzt sehen, und um die Aussage, die Gemeinschaft setze sich nicht mit Gewaltstellen im Koran.

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