Warum viele Mächtige ihr Amt hinwerfen


In Politik, Sport und Kultur häufen sich die schnellen Rücktritte. Vertrauen verfällt in immer kürzerer Zeit. Ein Kommentar.

Robert Ide | DER TAGESSPIEGEL

Immer dem Schild nach.Foto: Michael Kappeler/dpa

Und wer schmeißt heute hin? Ein bislang seltenes Phänomen greift in Politik und Gesellschaft um sich: der Rücktritt. Das eigentlich letzte Mittel, Machtprozesse zu entscheiden, wird zum erstgewählten. Annegret Kramp-Karrenbauer überlässt den mächtigen und scheinmächtigen Männern der CDU die Partei, nachdem sie sich als Chefin in nur 14 Monaten in eine politische Ohnmächtigkeit hineinmanövriert hat.

Jürgen Klinsmann schmeißt bei Hertha BSC den Fußball und seine großspurigen Visionen in die Ecke und flüchtet nach elf Wochen Big City Chaos Club zurück in die USA.

Auch Kardinal Reinhard Marx will sein Amt als Herr der deutschen Katholiken lieber abgeben, bevor seine innerkirchlichen Reformen des synodalen Weges auf Erden umgesetzt sind. Und Thüringens Kurzzeit-Ministerpräsident Thomas Kemmerich von Gnaden der AfD – nun ja, der hatte sein Amt zum Glück nie richtig angetreten.

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