Das vielleicht berühmteste Bild der Erde wird aufpoliert


Als «Pale Blue Dot» erlangte das Bild Berühmtheit. Jetzt hat die Nasa die 30 Jahre alten Bilddaten der Voyager-1-Sonde nachbearbeitet. Herausgekommen ist ein Bild der Erde, das uns bescheiden machen sollte.

Christian Speicher | Neue Zürcher Zeitung

Die neue Version des «Pale Blue Dot». JPL/Cal-Tech

Es war der 14. Februar 1990. Die Voyager-1-Sonde der Nasa hatte ihr Ziel, das äussere Sonnensystem zu erforschen, erreicht. Nun war sie auf dem Weg in den interstellaren Raum. Um Energie zu sparen, beschloss das Voyager-Team, die Kameras der Sonde abzustellen. Doch bevor das geschah, wurde die Sonde auf Anregung des amerikanischen Astronomen und Buchautors Carl Sagan um 180 Grad gedreht. Aus einer Entfernung von sechs Milliarden Kilometern warf sie einen letzten Blick zurück und schoss 60 Bilder, die anschliessend zu einem Familienporträt des Sonnensystems zusammengesetzt wurden. Mit Mühe und Not war auf diesem Porträt auch die Erde zu erkennen, und zwar als blasser, blauer Punkt, der fast vom Sonnenlicht verschluckt wurde. Das Bild erlangte als «Pale Blue Dot» Berühmtheit.

Nun, 30 Jahre später, hat die Nasa eine neue Version des Bilds veröffentlicht. Immer noch ist die Erde ein unbedeutender Punkt in den unermesslichen Weiten des Alls. Doch durch moderne Methoden der Bildbearbeitung ist es den Technikern gelungen, das Bild aufzuhellen und zu glätten. Zudem wurden die mit verschiedenen Farbfiltern gemachten Aufnahmen so ausbalanciert, dass das in der Kamera gestreute Sonnenlicht nun weiss und nicht mehr orange erscheint.

weiterlesen