Die Apokalyptiker im Vergleich


Ist Frankreich besonders anfällig? Studie über rechte und linke Tendenzen bei der Frage nach einem bevorstehenden Zusammenbruch der Gesellschaft in fünf Ländern, darunter auch Deutschland

Thomas Pany | TELEPOLIS

Symbolbild: Pixabay License

Wie werden sich Gesellschaften nach einem Zusammenbruch verhalten? Folgen sie eher einem solidarischen Prinzip, halten sie zusammen, wie man es in Ausnahmesituationen, Überflutungen von Kellern durch Hochwasser, in Nachbarschaften erfahren kann oder tritt ein sozialdarwinistisches Element, jeder kümmert sich erstmal um sich und seine Nächsten und die Stärksten überleben, in den Vordergrund?

Diese Frage gehört zu interessantesten Aspekten einer international angelegten Untersuchung, die dieser Tage in Frankreich erschienen ist. Überschrieben ist die Studie der Stiftung Jean Jaurés, die der sozialdemokratischen Partei PS nahesteht, ebenfalls mit einer Fragestellung: Ist Frankreich das Heimatland der Collapsologie?

Die „Collapsologie“

In der „Collapsologie“ steckt der Kollaps. Manchem dürfte dazu das Buch „Kollaps“ von Jared Diamond aus dem Jahr 2005 einfallen, das auch hierzulande für größere Aufmerksamkeit sorgte. Dem Autor, dessen Hauptforschungsfeld im Buch als Evolutionsbiologie ausgewiesen wird, ging es darin um die Antwort, warum Gesellschaften überleben oder untergehen.

In Frankreich hat die „collapsologie“ einen eigenen Weg beschritten. Die Wortschöpfung stammt von Pablo Servigne, einem Agrarwissenschaftler, und dem Komplexitätsforscher Raphaël Steven, die eine ganze Anhängerschaft begründet haben, die in Frankreich mit ihren Thesen und Ansichten zum Zusammenbruch, einen Nerv treffen und „boomen“, wie es die NZZ beschreibt. Deren Artikel von Ende Januar gibt einen guten Überblick über tonangebende Personen und Ideen im Hintergrund des Phänomens, das Ende Oktober letztes Jahres den Anstoß zur Collapsologie-Studie lieferte.

Das alles legt schon nahe, dass Frankreich nicht das einzige Land ist, in dem über Kollaps-Szenarien nachgedacht und diskutiert wird und dass dies auf ein größeres Interesse, wenn nicht Faszination trifft. Ob die Ideen und Anschauungen zum Untergang und Zusammenbruch der Zivilisation in Frankreich eine ganz besondere Ausprägung haben? Dazu liefert die Studie es ein paar Teilantworten; ein guter Rest bleibt für „laufende Ermittlungen“ in dem breitgefächerten Untergangsgelände.

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