Kirchenjuristin: Missbrauch nicht nur durch Kleriker verfolgen: „Kann ein Priester wirklich objektiv sein?“


Nichtgeistliche beteiligen und diesen Verantwortung übertragen: Die Strafverfolgung von Missbrauch in den eigenen Reihen darf die katholische Kirche laut der Erfurter Kirchenrechtlerin Myriam Wijlens nicht mehr allein Klerikern überlassen.

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Gericht im Vatikan © Cristian Gennari (KNA)

„Kann ein Priester wirklich objektiv sein, wenn er den Fall eines Mitbruders untersucht, dem Missbrauch vorgeworfen wird – oder den eines Bischofs, der ihn geweiht hat?“, fragte Wijlens bei einer Abschlussfeier am Kinderschutzzentrum der Universität Gregoriana am Freitag in Rom.

„Die Zeit, dass Kleriker sich allein um Missbrauch kümmern konnten, ist lange vorbei“, so die Theologin.

Es gibt schon Ausnahmen

Zwar gebe es bislang schon Ausnahmen, so dass auch Kirchenjuristen, die keine Kleriker sind, bei entsprechenden Verfahren beteiligt seien, sagte Wijlens in ihrem Vortrag. Doch dies dürften nicht länger Ausnahmen sein. Wenn Priester gegen Priester ermittelten, komme das im staatlichen Recht einer Befangenheit gefährlich nahe.

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