Schutz oder Eskalation: Wie gerecht ist der weltweite Drohnenkrieg?


Die gezielte Tötung des iranischen Generals Soleimani durch einen US-Drohnenangriff hat eine Debatte wieder neu entfacht: Ist der Kampf mit bewaffneten Drohnen ethisch vertretbar? Viele Theologen sagen nein – doch ganz anders sehen das katholische Soldaten.

Felix Neumann | katholisch.de

Am 3. Januar 2020, gegen 1 Uhr Ortszeit, starb Qasem Soleimani in Bagdad. Eine US-amerikanische Drohne hatte den Kommandeur der Quds-Brigaden, einer Eliteeinheit der iranischen Revolutionsgarden, mit einem gezielten Raketenangriff getötet.

Völkerrechtlich ist diese Tötung auf dem Staatsgebiet des Iraks umstritten. Christliche Ethiker lehnen die Praxis solcher gezielten Tötungen größtenteils ab. In einer Stellungnahme zu Soleimanis Tod haben sich fast 100 Theologen und Sozialethiker verschiedener Konfessionen gemeinsam den tödlichen Drohneneinsatz als moralisch nicht gerechtfertigt verurteilt. Tödliche Gewalt müsse besonders sorgfältig begründet werden, heißt es in der gut zwei Wochen nach dem Angriff veröffentlichten Erklärung. Soleimani sei zwar verantwortlich für den Tod vieler Menschen und mehr Unheil sei von ihm zu erwarten gewesen: „Wir sind aber weiterhin nicht überzeugt, dass es kein anderes vernünftiges Mittel gegeben hätte, weitere Taten zu verhindern.“

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