Thüringen: „Rechtsextreme wittern Morgenluft“


Die thüringische Stadt Themar hat sich in den vergangenen Jahren einen Ruf im Kampf gegen Rechtsextremismus erworben. Dort ist man über die politische Entwicklung im Land enttäuscht.

Michael Stempfle | tagesschau.de

Neonazis beim Festival in Themar. Bild: REUTERS

„Was passiert jetzt?“, fragt Sabine Jakob vom „Bündnis für Demokratie und Weltoffenheit“ mit großen Augen in die Runde. Die Ministerpräsidentenwahl vor knapp zwei Wochen hat die rund zwei Dutzend Mitstreiter des Bündnisses in Themar in Südthüringen aufgewühlt. Seit Jahren kämpfen sie gegen die rechtsextremistische Szene. Ganz konkret gegen die jährlichen Rechtsrockkonzerte, die Neonazis aus ganz Deutschland anlocken. „Bricht jetzt alles weg, was wir hier aufgebaut haben?“, hakt Jakob beim Treffen im alten Amtshaus nach. Was werde aus dem Rückhalt, den das Bündnis durch die Landesregierung erfahren habe?

Georg Maier, der bis vor Kurzem noch Innenminister von Thüringen war, hat sich dazu gesetzt. Der SPD-Politiker versucht erst gar nicht, die Situation schön zu reden. Er stimmt eher zu. Das Engagement gegen Rechts hat die Bürger und den Politiker in den vergangenen Jahren sichtbar zusammengeschweißt. Gemeinsam hätten sie die Rechtsextremen „in die Defensive gedrängt“, erzählen sie stolz.

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