Das Ende Sigmund Freuds?: Das Monopol der Verhaltenstherapie


Der Bundesrat stimmt an diesem Freitag über die neue Psychotherapeuten-Ausbildung ab. Die Neuerungen könnten zu Einheitstherapie führen, befürchten manche – ein Gastbeitrag.

Marianne Leuzinger-Bohleber | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Nach mehr als zehn Jahren kontroverser Diskussion soll die Ausbildung zum Psychotherapeuten nun grundlegend verändert werden, der Bundesrat wird über die neue Approbationsordnung an diesem Freitag abstimmen. Im Herbst 2019 wurde das Gesetz zur Reform der Psychotherapeutenausbildung verabschiedet. Analog zum Medizinstudium, soll ein neues, direkt zur Approbation führendes Studium zu einer Qualifizierung in den Grundlagen aller wissenschaftlich anerkannten Psychotherapieverfahren für Patienten aller Altersgruppen führen.

Die psychodynamischen Verfahren, die Verhaltenstherapie und die systemische Familientherapie haben inzwischen so viele Studien zu ihrer Wirksamkeit vorgelegt, dass sie vom Wissenschaftlichen Beirat für Psychotherapie als „wissenschaftlich“ anerkannt wurden. Wie im Begründungstext des Gesetzes zu lesen ist, sollten alle wissenschaftlich anerkannten Verfahren ebenbürtig in das Studium einbezogen werden.

weiterlesen