Historiker warnt vor weiteren Denkmälern für NS-Opfer


Der Berliner Historiker Wolfgang Benz hat vor einer Nationalisierung des Gedenkens an NS-Opfer gewarnt. Hintergrund sind Initiativen für ein Polen-Denkmal am Berliner Anhalter Bahnhof. „Eine Nation mit einem Denkmal hervorzuheben, das zieht weitere Forderungen anderer nach sich“, sagte Benz dem Evangelischen Pressedienst (epd).

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Benz betonte, eine Würdigung der Opfer des deutschen Vernichtungskrieges im Osten, insbesondere in Polen und der Sowjetunion, sei dringend geboten. Allerdings bestehe mit der Initiative für ein Polen-Denkmal „die Gefahr einer Nationalisierung des Gedenkens“. So gebe es auch bereits die Forderung nach einem Ukraine-Denkmal.

Der Historiker plädierte dafür, das „Gedenken durch Denkmale“ durch den Bau eines Dokumentationszentrums über die deutsche Besatzungsherrschaft in Europa zwischen 1939 und 1945 zu ergänzen. Dies könne ein „Ort der historischen Aufklärung und der Bildung für Menschen aus allen europäischen Staaten werden“, sagte er.

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