Gemischte Bilanz zu Vatikan-Initiative gegen Missbrauch: Ohne Druck geht nichts


Ein Jahr nach dem Anti-Missbrauchsgipfel im Vatikan ziehen Opfervertreter eine gemischte Bilanz. So sei zwar schon viel unternommen worden. Dennoch brauche es oft weiterhin Druck von Opferverbänden und Medien, damit etwas geschehe. 

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Einerseits hätten der Papst und seine Organisatoren „sehr viel erreicht, indem sie das Thema zum weltweiten Gespräch gemacht haben“, sagte Anne Barrett Doyle von der US-Organisation BishopAccountability.org am Montag in Rom. Auch neue Gesetze wie „Vos estis lux mundi“, das die Verfahren bei Verdacht auf Missbrauch regelt, ebenso wie die Aufhebung des Päpstlichen Geheimnisses seien wichtige Schritte.

Andererseits gebe es etliche offene Fragen; zudem sei in vielen Ländern bisher wenig geschehen.

Katsch: Bischöfe brauchen Druck von Opferverbänden

„Wie werden die neuen Regeln durchgesetzt? Welche Folgen habe Verstöße? Was geschieht, wenn es keine staatliche Mitteilungspflicht gibt?“, kritisierte Phil Saviano den im Mai verfügten Erlass des Papstes. Saviano hatte sich als einer der ersten von Missbrauch Betroffenen öffentlich zu Wort gemeldet, was mit zu den Berichten des „Boston Globe“ 2002 führte.

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