Velten will sich von Berlin abschotten


Die Stadt Velten soll nicht „Berliner Vorstadt“ werden: Ein Beschluss mit den Stimmen von AfD, NPD und CDU sorgt für Ärger über die Stadtgrenzen hinaus.

Felix Hackenbruch | DER TAGESSPIEGEL

Velten liegt keine zehn Kilometer von Berlin. Von der Hauptstadt will man hier trotzdem nichts wissen.Foto: dpa

28 Jahre haben die Veltener im Schatten der innerdeutschen Grenze gelebt, nun wollen sie im 11.000 Einwohner Städtchen scheinbar wieder Mauern erbauen. Keine zehn Kilometer sind es zur nördlichen Berliner Stadtgrenze, täglich pendeln Hunderte Einwohner. Doch mehr sollen es bitteschön nicht werden.

Diesen Eindruck vermitteln zumindest zwei Beschlüsse, die am vergangenen Donnerstag in der Stadtverordnetenversammlung verabschiedet wurden. Demnach soll es ein Moratorium für den Wohnungsbau geben, weil die Infrastruktur nicht mithalte. Und auch gegen den S-Bahn-Anschluss sprach sich die Mehrheit der Stadtverordneten aus. „Unsere Heimatstadt darf nicht zu einer Berliner Vorstadt werden“, heißt es in der Beschlussvorlage Nummer 218. Stattdessen soll Veltens Charakter bewahrt werden. Und weiter: „Nicht jede Kleinstadt muss wachsen.“ Eingebracht hat den Antrag die Wählergemeinschaft „Pro Velten“, in der Stadtverordnetenversammlung stärkste Fraktion. Eine knappe Mehrheit bekamen die Anträge jedoch nur, weil AfD, NPD und CDU zustimmten.

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