Zecken sind immer früher aktiv

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Höhere Temperaturen im Winter wie im Sommer sorgen dafür, dass einheimische Zecken früher aufwachen und eingewanderte sich immer weiter ausbreiten. Forscher untersuchen, welche Krankheiten dadurch neu auftauchen könnten.

Stephanie Lahrtz | Neue Zürcher Zeitung

Aufgrund der höheren Temperaturen im Winter wie im Sommer sind Zecken in vielen Gebieten Deutschlands und der Schweiz mittlerweile fast das ganze Jahr über aktiv. «Bereits jetzt sehen wir Zeckenaktivitäten», betont Ute Mackenstedt, Parasitologin und Expertin an der Universität Hohenheim. Keineswegs nur aus südlicheren Gefilden zugewanderte Arten wie die Auwaldzecke krabbeln bereits in Wäldern herum. Auch die einheimische und daher häufigste Zecke, der Gemeine Holzbock, ist schon aufgewacht. Wenige Tage mit Temperaturen über sieben Grad reichen dafür. Offenbar sind manche Exemplare auch schon auf Menschen gestossen: Kürzlich erfolgte bereits eine Infektion mit Frühsommermeningoenzephalitis (FSME) in Baden-Württemberg, in der Schweiz wurden seit Jahresbeginn sogar zwei Fälle festgestellt. Das FSME-Virus gelangt von befallenen Zecken beim Saugen in die menschliche Blutbahn. 

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