Politischer Islam: Unser Feind ist der Separatismus


Frankreichs Präsident besucht eine islamistische Hochburg: Er wolle nicht akzeptieren, dass die Werte und Gesetze der Republik im Namen des politischen Islams abgelehnt werden – und stellt einen Plan im Kampf gegen Separatismus vor.

Michaela Wiegel | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Gibt sich volksnah: Emmanuel Macron schüttelt während seines Besuchs in Bourtzwiller einer Frau die Hand. Bild: Reuters

Frankreich will sich nicht länger damit abfinden, dass in sozial benachteiligten Einwanderervierteln islamistische Enklaven entstehen. So lautet die Botschaft Präsident Emmanuel Macrons, mit der er am Dienstag in eines der Brennpunktviertel in Mulhouse nahe der deutschen Grenze gereist ist. „Unser Feind ist der Separatismus“, sagte Macron bei einer Pressekonferenz.

Er könne nicht billigen, dass in bestimmten Vierteln die Werte und die Gesetze der Republik im Namen eines politischen Islams abgelehnt werden. „Wir können nicht akzeptieren, dass Männer sich weigern, Frauen die Hand zu geben“, sagte Macron. „Wir können nicht tolerieren, dass Kinder nicht zur Schule geschickt werden“. Genauso seien Zwangsheiraten oder das Gebot der Jungfräulichkeit beim Eheschluss nicht akzeptabel.

Er wolle nicht den Islam stigmatisieren, sondern sich gegen diejenigen zur Wehr setzen, die aus der Religion ein politisches Projekt gemacht hätten, betonte der Präsident. Der islamistische Separatismus sei unvereinbar mit den Werten der französischen Republik.

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