Der menschengemachte fossile Anteil am Ausstoss von Methan ist grösser als gedacht – und das ist laut Forschern eine gute Nachricht


Vor 1870 entwich aus geologischen Quellen kaum Methan. Durch die Nutzung fossiler Brennstoffe gelangt heute viel mehr davon in die Luft.

Sven Titz | Neue Zürcher Zeitung

Auf die Emissionen von Methan – dem zweitwichtigsten anthropogenen Treibhausgas – haben die Menschen einen grösseren Einfluss als gedacht. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie zu den Quellen des Gases.

Seit Beginn der Industrialisierung hat sich der Methangehalt in der Luft nahezu verdreifacht. Dieser Anstieg verursachte bis anhin ungefähr ein Fünftel der globalen Erwärmung. Ein Teil des Methans in der Luft stammt aus biologischen Quellen, ein Teil aus geologischen Quellen – fossilen Lagerstätten zum Beispiel. Die Grösse der Anteile gilt allerdings als umstritten, die Ungewissheit ist hoch.

Unterschätzter fossiler Anteil

Jetzt deutet eine Studie darauf hin, dass der Anteil der Emissionen, der bei der Förderung und Nutzung von Erdgas, Erdöl und Kohle entsteht, um 25 bis 40 Prozent unterschätzt worden sein könnte. Diese Nachricht wirkt auf den ersten Blick negativ, aber das täuscht ein wenig. Die gegenwärtig ermittelte Gesamtmenge der Emissionen hat sich durch die Studie schliesslich nicht geändert; die restlichen Emissionsanteile müssen entsprechend kleiner sein. 

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