Jacques Tilly: Düsseldorfer Künstler spricht über Humor und Hass – Auch die Kirche braucht Kritik

Porträt von Jacques Tilly, Bild: Jacques Tilly, CC BY 3.0

Kirchenkritik gehört zum festen Repertoire des Düsseldorfer Karnevalswagenbauers Jacques Tilly. Über den Humor religiöser Menschen und Hassreaktionen vom rechten Rand spricht er im Interview.

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Katholische Nachrichten-Agentur (KNA): Herr Tilly, immer wieder kritisieren Kirchenvertreter Ihre Wagen. Haben religiöse Menschen zu wenig Humor?

Jacques Tilly (Düsseldorfer Karnevalswagenbauer): Religiöse Menschen haben wahrscheinlich genau so viel oder wenig Humor wie alle anderen Menschen auch. Viele lachen über die Wagen, die ich baue. Auch über Wagen, die kritisch sind und den Katholizismus angreifen. Viele sagen: Das ist wichtig für uns, denn sonst verändern wir uns nicht. Kritik ist notwendig in einer pluralistischen Streitkultur – und ich glaube, die katholische Kirche weiß das auch.

KNA: Welche Art von Kritik kommt denn von kirchlicher Seite?

Tilly: Es wird immer wieder gesagt, dass religiöse Gefühle verletzt würden. Ich bin der Meinung: Alle menschlichen Gefühle sind gleichermaßen schützenswert. Religiöse Gefühle unter Umständen auch.

Ich weiß aber auch, dass religiöse Gefühle ziemlich gefährlich werden können, wenn sie zu Fundamentalismus und Fanatismus führen. Und das muss kritisiert werden.

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