Reaktionen auf Rechtsterror: „Es reicht!“

Bild: NDR.de

Der Täter der rechtsterroristischen Anschläge in Hanau brachte in einem Bekennerschreiben seine sexuellen Frustrationen zum Ausdruck, da er nie eine intime Beziehung zu einer Frau aufbauen konnte – dies deckt sich mit empirischen und theoretischen Erkenntnissen, wonach Rechtsextreme überdurchschnittliche oft unter Liebesmangel leiden. Die Tote, die in seinem Haus gefunden wurde, war seine Mutter.

Tomasz Konicz | TELEPOLIS

Bild von der Webseite des Täters.

Zum Weltbild des Täters siehe auch auf Telepolis: Naziterror in Hanau. Geschlossenes rechtsextremes Weltbild, Paranoia und Wahnvorstellungen

In einer ersten direkten Reaktion bezeichnete Bundeskanzlerin Merkel Rassismus als ein „Gift“, das in der Gesellschaft wirke und für viele Verbrechen verantwortlich sei. Den Opfern sprach Merkel ihr Beileid aus: „Niemand kann ermessen, welches Leid der Täter über sie gebracht hat.“ Bundespräsident Steinmeier erklärte, die Opfer würden nicht allein gelassen werden: „Ich stehe an der Seite aller Menschen, die durch rassistischen Hass bedroht werden.“

Vizekanzler Olaf Scholz warnte davor, nach diesem Terrorakt wieder zur „Tagesordnung“ überzugehen: „Unsere politischen Debatten dürfen sich nicht davor herumdrücken, dass es 75 Jahre nach Ende der NS-Diktatur wieder rechten Terror in Deutschland gibt.“ Der Grünen-Politiker Cem Özdemir forderte ein energisches Vorgehen gegen den Rechtsextremismus: „Es reicht! Wir haben in Deutschland ein massives Problem mit rechtem Terror und müssen endlich anfangen, (den) rechten Sumpf mit aller Härte des Rechtsstaates ein für alle Mal trockenzulegen, und zwar on- wie offline.“

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer sah sich in Reaktion auf den Terror darin bestärkt, jedwede Zusammenarbeit ihrer Partei mit der AfD auszuschließen. „Wie wichtig es ist, diese Brandmauer zu halten, das sieht man an einem Tag wie heute“, so Kramp-Karrenbauer. Die AfD sei eine Kraft, die „Rechtsextreme, ja, ich sage auch ganz bewusst Nazis, in ihren eigenen Reihen“ dulde – und die somit die Grundlage lege für rechtsextremes Gedankengut“.

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