Flüchtlinge im Kirchenasyl haben kaum Chancen auf Erfolg


Bundesweit gibt es derzeit mehr als 400 Fälle von Kirchenasyl. Doch die meisten Flüchtlinge, denen Kirchengemeinden Schutz gewähren, haben kaum Aussichten darauf, erst einmal in Deutschland bleiben zu können.

katholisch.de

Flüchtlinge, die ins Kirchenasyl aufgenommen wurden, haben kaum Chancen, in Deutschland anerkannt zu werden. Für 464 Personen haben Kirchengemeinden im vergangenen Jahr Dossiers mit der Bitte um erneute Fallprüfung beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge eingereicht, wie aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums an die Bundestagsfraktion der Linken hervorgeht. In nur 14 Fällen erklärte die Behörde nachträglich ihre Zuständigkeit. Die Kirchenasyl-Fälle betreffen vor allem Flüchtlinge, die nach der sogenannten Dublin-Regelung eigentlich in einem anderen EU-Land einen Antrag stellen müssten.

Nach der Dublin-Verordnung müssen Flüchtlinge in das EU-Land zurückgeführt werden, in das sie als erstes offiziell eingereist sind. Das sind oft Länder wie Griechenland, Italien oder die Länder des Balkans. „Humanitären Fallkonstellationen wird nur noch selten Rechnung getragen“, sagte die Linken-Bundestagsabgeordnete Ulla Jelpke. „Kirchengemeinden werden durch die systematische Zurückweisung von Kirchenasylen vor den Kopf gestoßen.“

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