Gefährliche Sekten in Berlin: Der Nährboden ist da


Immer mehr christliche Fundamentalisten tummeln sich in Berlin mit verführerischen Angeboten, sagt die landeseigene Sekteninfo.

Bert Schulz | taz

Mit Namen und Begriffen ist das so eine Sache. Die Leitstelle für Sektenfragen, angesiedelt in der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie, heißt jetzt „Sekteninfo Berlin“. Der Grund laut Senatorin Sandra Scheeres (SPD): Man habe aus dem ganzen Bundesgebiet Anfragen bekommen, der neue Name mache die Zuständigkeit für Berlin klarer.

Gleichzeitig benutzt das zweiköpfige Team den Begriff „Sekte“ intern gar nicht, wie Jennifer Neumann am Freitag vor der Presse betont. Der sei sehr stigmatisierend. Stattdessen rede man von „konflikthaften Angeboten“. Eine Liste potenziell gefährlicher Sekten führe man auch nicht.

So fallen bei der Vorstellung des Jahresberichts dann auch nur zwei Namen: Scientology und Shinchonji, der Name einer koreanischen Neureligion, die in jüngster Zeit sehr stark in Berlin missioniere. Die Bedeutung von Scientology – deren neu erbaute monströse Zentrale in Charlottenburg 2008 den Anlass zur Gründung der Leitstelle gab – lässt hingegen nach.

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