Kirchenrechtler an Bischöfe: Fordert vom Papst Reform der Sexualmoral


Alle Bischöfe, die die kirchliche Sexuallehre für falsch hielten, sollten sich offen beim Papst für Änderungen einsetzen: Kirchenrechtler Bernhard Sven Anuth fordert zudem den Mut, etwaige kirchenrechtliche Konsequenzen dieses Ungehorsams zu tragen.

katholisch.de

Der Tübinger Kirchenrechtler Bernhard Sven Anuth fordert Papst und Bischöfe auf, Klarheit bei der kirchlichen Sexualmoral zu schaffen. Alle Bischöfe, die die aktuelle kirchliche Lehre zur Sexualmoral für falsch hielten, sollten sich beim Papst öffentlich für Änderungen einsetzen und „den Mut haben, etwaige kirchenrechtliche Konsequenzen dieses Ungehorsams zu tragen“, schrieb er in einem Beitrag auf dem theologischen Internetportal „Feinschwarz“ am Donnerstag.  

Möglich wäre eine Änderung der Kirchenlehre zum Thema Homosexualität demnach etwa nur „im Rahmen eines fundamentalen Umbaus der kirchlichen Sexualmoral“. Solange die außereheliche Sexualität immer in sich schlecht sei und Heterosexualität zum Ehebegriff gehöre, „gibt es logisch keinen Spielraum für eine positive Würdigung gelebter Homosexualität„, so Anuth. Da die Lehre über die Unrechtmäßigkeit von Unzucht und Ehebruch als unfehlbar gelten, „ist eine Selbstkorrektur des Lehramts in diesen Fragen aus kanonistischer Sicht nicht zu erwarten“.

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