Die „Immer-Mehr“-Logik steigert nicht die Lebensqualität


Das Kilogramm Schweinefleisch für 3,99 Euro, der Kurztrip nach London mit dem Flugzeug: ein Schnäppchen oder ein Problem? Manchmal ist es beides. Aber kann der Einzelne mit seinen Konsumentscheidungen wirklich etwas verändern?

Johannes Wallacher | katholisch.de

Das T-Shirt für 1,99 Euro, das Kilogramm Schweinefleisch für 3,99 Euro, der Flug für den Kurztrip nach London, der billiger ist als die Bahn zum Flughafen, – ist das ein Schnäppchen oder ein Problem? Nun, manchmal ist es beides, und die Zweifel, die uns bei solchen Angeboten kommen, verweisen auf zentrale wirtschafts- und gesellschaftspolitische Fragen für die Zukunft: Inwieweit sind unsere Konsummuster weltweit verallgemeinerbar? Und steigern immer mehr Konsum, Preiswettbewerb und Wachstum tatsächlich Wohlergehen und Lebensqualität, oder schaffen sie nur vermeintlich und vorübergehend mehr Zufriedenheit – zumal, wenn die wahren Kosten dafür andere begleichen müssen?

Denn nicht nur die weltweit verfügbaren Rohstoffe, sondern auch die Fähigkeit natürlicher Senken (Erdatmosphäre, Ozeane, Böden etc.) Abfallstoffe aufzunehmen, sind begrenzt. Nach Angaben des UN-Welternährungsprogramms wurden schon 2013 bereits knapp ein Drittel der Fischbestände in den Ozeanen in einem Maße genutzt, das biologisch nicht nachhaltig ist. Bei weiteren knapp 60 Prozent der Fischbestände sind keine weiteren Steigerungen des Fangs mehr möglich. Der Erdüberlastungstag, an dem die Gesamtheit der natürlichen Ressourcen, welche unser Ökosystem im Laufe eines Jahres regenerieren und damit langfristig zur Verfügung stellen kann, fällt inzwischen auf Ende Juli.

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