Eine vegane Ernährung ist per se nicht gesünder als eine andere vegetarische Variante

Bild von Deborah Breen Whiting auf Pixabay

Zu den guten Neujahrsvorsätzen sollte ein veganer Januar gehören, propagieren die Organisatoren des weltweiten «Veganuary». Die Studienlage zu den gesundheitlichen Vorteilen einer veganen Ernährung ist allerdings nicht so eindeutig.

Stephanie Lahrtz | Neue Zürcher Zeitung

Veganismus – Hiltl Metzg, das schweizweit erste Vegane/Vegetarische Ladenlokal, das im Stil einer Metzgerei aufgebaut ist. In der Ladentheke stehen gekühlt Pordukte aus Soja/Tofu die aussehen wie Burger, Schnitzel, Cervelats usw. Im Hintergrund hängen Messer und Wetzstahl zwischen Gemüse. Goran Basic/NZZ

Macht die Comicfigur Popeye möglicherweise alles richtig, wenn sie eine Extraportion Spinat einwirft, um dann mit frisch gestärkten Muskeln alle Gegner zu erledigen? Eigentlich geht man ja eher davon aus, dass es Steaks und Eier für das Muskelwachstum benötigt. Aber die Netflix-Dokumentation «Game Changers» des Dokumentarfilmers Louie Psihoyos präsentiert gleich reihenweise Männer mit mächtig Muskeln und viel Kraft – die alle versichern, sie würden sich seit einiger Zeit ausschliesslich pflanzlich ernähren und seien seitdem noch stärker und zudem gesünder geworden.

Veganer Muskelaufbau

«Die Annahme aus den 1980er und 1990er Jahren, dass ein Hochleistungssportler viel tierisches Protein benötigt, um Muskelmasse aufzubauen und Ausdauer für Training wie Wettkampf zu besitzen, die ist mittlerweile völlig überholt», sagt auch Hans Braun, Sport- und Ernährungswissenschafter an der Sporthochschule in Köln. Man wisse heutzutage, dass es für den Körper egal sei, ob die zugeführten Proteine aus pflanzlichen oder tierischen Quellen stammten, solange der Mix an Aminosäuren stimme. Daher müsse man viele verschiedene pflanzliche Lebensmittel zu sich nehme. Popeye, der sich nur auf Spinat verlässt, ist also doch kein Vorbild. 

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